Campen am Jakobsweg
Immer beliebter wird der Jakobsweg der sich über viele Länder Europas erstreckt. Seit dem 7. Jahrhundert pilgern Gläubige oder Menschen die auf der Suche nach Ruhe oder einer Auszeit vom Alltag sind, nach Santiago de Compostela in Spanien zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus. Die Grabstätte des heiligen Jakobus, einem der 12 Apostel, wurde im Mittelalter zu einem der drei Pilgerzentren neben Rom und Jerusalem. Viele machten sich auf den Weg in der Hoffnung auf Erlösung. Die Vergebung der Sünden und die Aussicht auf einen Platz im Himmelreich waren das Zeil. In den 1970 er und 1980 er Jahren fand die Pilgerfahrt einen neuen Aufschwung. Der spanische Haupt-Pilgerweg wurde 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Im Jahr 2003 pilgerten bereits 74.000 auf dem ersten europäischen Kulturweg, im heiligen Compostelanischen Jahr 2004 waren es fast 180.000 Pilger. Die Menschen kamen aus allen teilen der Welt und legten zumindest die letzten 100 Kilometer des Weges zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf dem Pferd zurück. Bei jeder Station erhalten die Pilger einen Stempel in ihrem Pilgerausweis. Jeder Kilometer und jeder Stempel bringt den Pilger seinem Ziel näher und berechtigt ihn, die günstigen Herbergen zu nutzen und Abzeichen zu tragen.

Wie viele Kilometer ist der Jakobsweg lang?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten, da es sich um eine Vielzahl von Wegen handelt, die durch mehrere Länder Europas führen. Der wohl bekannteste Abschnitt ist der "Camino Frances", der von St. Jean Pied de Port in den Pyrenäen nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Diese Route ist etwa 850 km lang. Zu Fuß benötigt man 5 bis 6 Wochen für diese Strecke. In Österreich führt der Jakobsweg von Wolfsthal bis Feldkirch über 750 Kilometer. Immer mehr Menschen gehen "pilgern". Häufig nicht aus religiösen Motiven, sondern um sich von mentalen Lasten zu befreien, den Kopf frei zu bekommen, oft nach schweren psychischen Belastungen oder Schicksalschlägen. Andere gehen jedes Jahr ein Stück des Jakobsweges, als positiven Ausgleich in ihrem Leben, als bereichernde Aktivität auf die man sich freuen kann, als Wanderroute mit Ziel. Kaum jemand marschiert viele Wochen durchgehend, viele wandern einfach des Wanderns wegen und haben gar nicht vor, bis zur Kathedrale in Santiago de Compostela zu gelangen. Die Wege unterscheiden sich in Länge, Schwierigkeitsgrad und Umgebung. Manche sind sehr einsam und naturbelassen, andere bieten viel kulturelle Abwechslung, es gibt Küsten- und Waldwege, bei manchen gibt es eine große Auswahl an Unterkünften und Pilger-Herbergen, bei anderen weniger. Die Hauptrouten verlaufen durch Spanien, Portugal und Frankreich. Seit 1992 gibt es auch in Deutschland einige Wege die Teil des Jakobsweges sind. Egal wo und wie lange man unterwegs ist, man lernt jedenfalls Land und Leute kennen.



Übernachten am Jakobsweg
Da sich der Pilgerweg aus vielen Teilstrecken durch mehrere Länder in Europa erstreckt, gibt es unterschiedliche Übernachtungsmöglichkeiten. Von einfachen Unterkünften mit Herbergscharakter über Bauerhöfe und kleine Hotels am Wegesrand. Aber so mancher Wanderer zieht es vor, im Freien zu schlafen. Was gibt es Schöneres als unter freiem Himmel zu übernachten, die Sterne zu sehen und das Zirpen zu hören? Aber Vorsicht: in den meisten europäischen Ländern ist das sogenannte "Wildcampen" nicht erlaubt. In Österreich zum Beispiel gilt:
"Wer im Wald bei Dunkelheit lagert, zeltet, mit einem Wohnwagen campiert oder in einem Fahrzeug übernachtet, ohne dafür die erforderliche Zustimmung der Waldeigentümerin/des Waldeigentümers oder der Forststraßenerhalterin/des Forststraßenerhalters zu haben, begeht, abgesehen von möglichen zivilrechtlichen Folgen, eine Verwaltungsübertretung und macht sich damit strafbar." (https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/reisen_und_freizeit/freizeit-in-der-natur/freizeit_im_wald/Seite.3750020)
Das wunderbare "Jedermannsrecht" gilt leider nur in Schweden, Norwegen, Finnland, Schottland und den baltischen Ländern. Das bedeutet, dass man in der Natur unter gewissen Voraussetzungen in einem Zelt oder einer Hängematte übernachten darf. Auch hier gibt es mittlerweile Einschränkungen, da das Campieren in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist und in manchen Gegenden überhand genommen hat.
Unterschied Lagern-Biwakieren-Campieren
Es ist nicht einfach zu unterscheiden, was wo wann erlaubt ist. Welche Verbote gibt es, was darf man, wann macht man sich strafbar? In Österreich ist es im österreichischen Forstgesetz klar geregelt. Den großen Unterschied macht es ob es Tag oder Nacht ist. So darf man unter tags in der Hängematte verweilen. Es ist also kein Problem, seine Hängematte während einer Wanderung im Wald oder am Wegesrand aufzuhängen und sich darin auszuruhen bzw. zu schlafen. Eine Rast am Tag ist erlaubt, das Übernachten oder auch Verweilen am selben Ort in der Nacht allerdings nicht, dies fällt unter den Begriff "Lagern bei Dunkelheit." Hier wäre eine explizite Erlaubnis des Grundeigentümers notwendig.
"Der rechtliche Begriff „Lagern“ beschreibt das Verweilen, Rasten oder Sich-Niederlassen in der Natur ohne die Absicht, ein klassisches Camp aufzuschlagen. Es bildet die juristische Stufe zwischen dem reinen Gehen/Wandern und dem Campieren/Zelten." (https://ktn.lko.at/betretungsrecht-des-waldes-nicht-alles-ist-erlaubt+2400+3410850)
Unter dem Begriff "Biwakieren" versteht man das Übernachten in einem Schlafsack oder Biwaksack.
Errichtet man eine wetterfeste Unterkunft wie ein Zelt oder stellt man Campingmöbel oder einen Kocher auf, fällt das unter "Campieren". (www.oesterreich.gv.at)
In Deutschland ist das Übernachten in der Hängematte etwas weniger streng geregelt als in Österreich. Wichtig ist, sich vorher gut zu informieren, was in welchem Bundesland erlaubt ist.

Was jedenfalls gilt:
1. Feuermachen ist fast überall verboten. Ausnahmen sind ausgewiesene Feuerstellen.
2. Keinen Müll hinterlassen. Natürlich wirfst du keine Zigaretten, Kaugummis, Taschentücher, Getränkedosen oder sonstiges achtlos weg und selbstverständlich nimmst du deinen Müll mit.
3. Natur und Bäume schonen: nach dem Motto "Leave no trace" sollte nicht ersichtlich sein, dass du hier warst. Hinterlasse keine Spuren. Dazu zählt für die Montage der Hängematte baumschonende Gurte zu verwenden. Seile schneiden ein und beschädigen die Baumrinde, breite Baumgurte sind extra für die sanfte Hängemattenbefestigung gemacht. https://haengemattenshop.com/nl/search/baumgurt


