„Der Haken hält 200 Kilo, dann reicht das doch.“ Diesen Satz hören wir mehrmals im Monat. Er ist nachvollziehbar und trotzdem falsch, weil er auf das falsche Bauteil schaut. Edelstahlhaken versagen so gut wie nie. Was versagt, ist die Verbindung zwischen Haken und Wand.

Wer eine Hängematte drinnen oder auf dem Balkon an die Wand hängen will, entscheidet zuerst über sein Haus und erst danach über Zubehör. Hier stehen die Prüfreihenfolge für den Untergrund, Richtwerte zum Nachschlagen und zwei Fälle, in denen wir vom Anbohren abraten.

Die Angabe am Haken beschreibt den Haken

Der Wallhook von MacaMex besteht aus Edelstahl, seine Ankerplatte misst 9 cm im Durchmesser, die Tragkraft ist mit 200 kg angegeben. Beigelegt sind vier Schrauben von rund 6,5 cm Länge und vier Metalldübel[1]. Diese 200 kg gelten für ein Stück Edelstahl. Über deine Wand sagen sie nichts.

Zwischen dir und dem Fußboden liegen Hängematte, Seil, Karabiner, Haken, Schraube, Dübel und Wandmaterial. Diese Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied. Bei den Schadensfällen, die uns erreichen, sitzt dieses Glied fast immer in den letzten drei Zentimetern, also im Dübel und im Stein darum herum. Wenn wir da einmal eine Reklamation haben, war bis dato der Haken selbst nie das Problem.

Alt-Text im Artikel: Metallhaken mit runder Ankerplatte an einer verputzten
Der Haken ist selten das Problem. Entscheidend ist, was hinter dem Putz sitzt.

Untergrund bestimmen, bevor du bestellst

Drei Prüfungen reichen. Zusammen dauern sie keine fünf Minuten, und sie ersparen dir im Zweifel eine Rücksendung.

  1. Klopf die Wand mit dem Knöchel ab. Ein hohler Klang deutet auf eine Ständerwand oder auf einen Stein mit großen Kammern hin, ein dumpfer auf massives Material.
  2. Bohr ein Probeloch mit 6 mm Durchmesser und sieh dir das Bohrmehl an. Grau steht für Beton, rotbraun für Ziegel, ein weißes und auffallend leichtes Mehl für Porenbeton, weißer Staub mit Kartonfasern für Gipskarton.
  3. Achte dabei auf den Widerstand. Fällt er ab einer bestimmten Tiefe plötzlich ab, liegen hinter der Stegwand Hohlkammern[2].

Das Probeloch setzt du dorthin, wo ohnehin der Haken hin soll. Mit 6 mm bleibt die Bohrung klein genug, um später unter der Ankerplatte zu verschwinden.

Bleibt die Wand nach diesen drei Proben unklar, hilft ein Blick in die Bauunterlagen oder ein kurzer Anruf bei der Hausverwaltung. Baujahr und Bauweise sagen viel: Altbauten bis in die 1950er Jahre sind meist Vollziegel, Häuser der 1970er häufig Hochlochziegel, Neubauten oft Stahlbeton mit vorgesetzten Trockenbauwänden. Verlass dich trotzdem auf das Bohrmehl, denn Innenwände weichen regelmäßig von der Außenwand ab.

Was welcher Untergrund trägt

Die folgenden Werte stammen aus den Ratgebern des Dübelherstellers fischer und beziehen sich auf ruhende Lasten an einem einzelnen Befestigungspunkt. Es sind Vergleichsgrößen, keine Freigabe für deine Wand.

UntergrundErkennungsmerkmalFür HängemattenBefestigungsmittelHerstellerrichtwerte
Betongraues Bohrmehl, hoher WiderstandgeeignetBolzenanker, InjektionsankerSpreizdübel 4 mm bis 16 kg; Bolzenanker FAZ II 6 mm rund 345 kg Querlast[3]
Vollziegel, Kalksandstein-Vollsteingleichmäßiger Widerstand, kein EinbruchgeeignetInjektionsanker, lange SpreizdübelSpreizdübel 4 mm bis 14 kg; Nageldübel 5 mm bis 14 kg[3]
Hochlochziegel, LochsteinWiderstand bricht in der Tiefe einnur mit MörtelInjektionsmörtel mit SiebhülseKunststoffdübel je nach Typ 7 bis 50 kg; Spreizdübel S ist ungeeignet[2]
Porenbetonweißes, leichtes Bohrmehlnicht geeignetGestell statt WandmontageDübel 5 mm Durchmesser, 25 mm Länge: maximal 3 kg[4]
Gipskarton-Ständerwandhohler Klang, Kartonfasern im Staubnur im StänderBefestigung im Metall- oder HolzständerKippdübel im Trockenbau 20 bis 51 kg empfohlen[5]
HolzbalkenSpäne statt StaubgeeignetSchraubhaken mit voller Gewindelänge im Balkenabhängig von Holzart und Einschraubtiefe
Richtwerte für einen Befestigungspunkt bei ruhender Last. Eine Person in Bewegung erzeugt kurzzeitig mehr.
Entscheidungsbaum: Taugt meine Wand für eine Hängematte Ablaufdiagramm in drei Stufen. Stufe 1 ist die Klopfprobe: Klingt die Wand hohl, handelt es sich um eine Ständerwand oder einen Lochstein, dann ist eine Befestigung nur im Ständer dahinter oder mit Injektionsmörtel und Siebhülse möglich. Klingt sie massiv, folgt Stufe 2, ein Probeloch mit 6 mm Durchmesser, und die Beurteilung des Bohrmehls. Graues Bohrmehl bedeutet Beton und ist mit Bolzen- oder Injektionsanker geeignet. Rotbraunes Bohrmehl bedeutet Ziegel, im Vollstein geeignet, im Lochstein nur mit Injektionsmörtel und Siebhülse. Weißes, auffallend leichtes Bohrmehl bedeutet Porenbeton, der für Hängematten nicht geeignet ist. Stufe 3 nennt vier Regeln, die für jeden geeigneten Untergrund gelten. Taugt meine Wand für eine Hängematte Prüfreihenfolge vor dem Kauf der Befestigung 1. Klopfprobe mit dem Knöchel hohl massiv Ständerwand oder Lochstein Gipskarton: nur im Metall- oder Holzständer dahinter befestigen Lochstein: Siebhülse plus Mörtel 2. Probeloch 6 mm, Bohrmehl ansehen grau rotbraun weiß, leicht Beton geeignet Bolzenanker oder Injektionsanker Ziegel Vollstein geeignet Lochstein nur mit Mörtel und Siebhülse Porenbeton für Hängematten nicht geeignet Herstellerempfehlung für kleine Dübel: maximal 3 kg 3. Gilt für jeden geeigneten Untergrund Befestigung mindestens fünffach über dem Gewicht der schwersten Person auslegen In Ziegel und Lochstein drehend bohren, ohne Schlagwerk Bohrloch vor dem Setzen ausblasen, Bohrmehl senkt die Haltekraft Belastungsprobe mit vollem Körpergewicht, danach Haken nachkontrollieren

Porenbeton und Gipskarton: hier raten wir ab

Porenbeton ist ein angenehmes Baumaterial und ein schlechter Anker. Für einen Dübel mit 5 mm Durchmesser und 25 mm Länge nennt fischer in Porenbeton eine empfohlene Traglast von maximal 3 kg[4]. Mit langen Spezialankern kommt man höher, bleibt aber in einem Bereich ohne die Reserve, die ein schwingender Körper braucht. Wir verkaufen in solchen Fällen lieber ein Gestell und sagen das auch so.

Bei Gipskarton liegt das Problem nicht im Dübel, sondern in der Platte. Kippdübel erreichen im Trockenbau empfohlene Tragfähigkeiten von 20 bis 51 kg[5]. Das klingt ausreichend, ist es aber nicht, weil die Last an einer 12,5 mm starken Platte zieht, die dafür nie vorgesehen war. Wer an einer Ständerwand aufhängen möchte, muss in den Ständer dahinter. Dieser steht selten genau dort, wo die Hängematte hin soll, und sein Abstand zum zweiten Punkt ergibt dann selten die passende Länge.

Was die empfohlene Tragfähigkeit tatsächlich abdeckt

Das Deutsche Institut für Bautechnik ordnet Kunststoffdübel der Befestigung nichttragender Konstruktionen zu und nennt als Anwendung leichte bis mittelschwere Lasten im Innenausbau. Die europäischen Bewertungsgrundlagen sprechen von redundanten nichttragenden Systemen[6]. Redundant heißt: Fällt ein Punkt aus, übernehmen die übrigen. Eine Hängematte hat diese Rückfallebene nicht. Aufgehängt ist sie an zwei Punkten, und wenn einer nachgibt, liegst du auf dem Boden.

Dazu kommt die Art der Belastung. Herstellerwerte beschreiben ruhende Zug- und Querkräfte[4]. Einsteigen, Schwingen und Aufstehen erzeugen kurze Spitzen, für die uns keine veröffentlichte Tabelle bekannt ist. Wir rechnen diese Spitzen nicht aus, wir legen Reserve darüber. Als Hausregel setzen wir die Befestigung mindestens fünffach über das Gewicht der schwersten Person an, die darin liegen wird. Erfahrung aus dem Handel also, keine Norm, und wir kennzeichnen sie genau so.

Viele Kunden die uns Fragen sind entweder in einem Neubau mit Stahlbeton oder in einem Altbau. Beim Stahlbeton ist alles möglich, sofern die Bohrmaschine es schafft das Loch zu bohren. Beim Altbau ist es schon anders. Manchmal gibt es eine Schilfdecke, hier ist es zum Beispiel überhaupt nicht ratsam einen Hängesessel oder Hängematte zu montieren. Im Altbau sind auch manche Zwischenwände sehr dünn. Man muss wirklich, am Besten mit den Originalplänen, die tragenden Wände feststellen. Diese sind massiv und halten auch eine Hängematte. Oft hat man aber nur eine tragende Innenwand, dann bietet es sich an die Hängematte zwischen Innenwand und Aussenwand zu montieren.

Schritt für Schritt: Wandhaken setzen

  1. Untergrund nach der Klopf-, Bohrmehl- und Widerstandsprobe festlegen.
  2. Höhe bestimmen. Als Startwert hängen wir die Punkte auf 155 bis 180 cm, die genaue Höhe hängt von Länge und Aufhängewinkel ab.
  3. Bohrer wählen. In Beton und Vollstein mit Schlagwerk, in Ziegel und Lochstein drehend ohne Schlag, damit die Stege nicht ausbrechen.
  4. Bohrloch ausblasen oder aussaugen. Verbliebenes Bohrmehl senkt die Haltekraft spürbar.
  5. Bei Lochstein die Siebhülse einsetzen, Mörtel injizieren und die Aushärtezeit des Herstellers abwarten, bevor Last drauf kommt.
  6. Haken montieren, alle vier Schrauben gleichmäßig anziehen, nicht überdrehen.
  7. Belastungsprobe: langsam mit vollem Körpergewicht einhängen, zwei Minuten hängen bleiben, dann Ankerplatte und Putz auf Risse absuchen.
Person bohrt mit einer Bohrmaschine ein Loch in eine Innenwand

Regelmäßig übersehen wird der letzte Schritt: Nach vier Wochen gehört die Belastungsprobe wiederholt. Mörtel und Mauerwerk setzen sich in dieser Zeit. Was sich dann von Hand nachziehen lässt, hätte unter Last irgendwann ebenfalls nachgegeben.

Ein häufiger Montagefehler ist, ein zu breiter Bohrer. Bitte immer den passenden Bohrer für den gewünschten Dübel verwenden. Ansonsten sitzt der Dübel zu lose und die Schraube hat minimalen Spielraum. Am Anfang glaubt man, es trägt "schon irgendwie", aber irgendwann ist das ausgeleiert und gefährlich. Daher immer den richtigen Durchmesser des Bohrers wählen.

Bei Hohlraumziegeln bitte immer den Injektionsmörtel einsetzen. Er füllt den Hohlraum und macht es wirklich "bombenfest". Nicht sparen, sondern einen Qualitätsinjektionsmörtel einsetzen.

Wenn die Wand ausscheidet

Der zweite Punkt scheitert häufiger als der erste. Eine massive Außenwand gegenüber einer Leichtbauwand ist in Wohnungen der Normalfall, und damit steht die Hängematte schief oder gar nicht. Bevor du in diesem Fall die Leichtbauwand verstärkst, rechnet sich meist das Gestell.

Dann bleiben drei Wege. Ein Gestell braucht keine Bausubstanz und lässt sich versetzen, kostet aber Stellfläche. Eine Decke aus Stahlbeton trägt oft besser als die Wand daneben, sofern du die Bewehrung mit einem Ortungsgerät meidest. Und im Garten bleibt der Baum, für den allerdings eigene Regeln zum Flächendruck auf der Rinde gelten.

Welche Länge du am Ende brauchst, hängt am Abstand und am Winkel; dazu haben wir den Zusammenhang zwischen Aufhängewinkel und Hängemattenlänge separat aufgeschrieben. Passendes Material für beide Punkte findest du bei den Seilen und Haken.

Häufige Fragen

Reicht ein Dübel pro Seite?

Nein. Ankerplatten wie die des Wallhook sind für vier Befestigungspunkte ausgelegt[1], und diese vier verteilen die Last auf eine größere Fläche der Wand. Ein einzelner Dübel bündelt alles auf einen Stein.

Ich wohne zur Miete. Darf ich bohren?

Bohrungen in üblichem Umfang gehören meist zum vertragsgemäßen Gebrauch, beim Auszug sind sie fachgerecht zu verschließen. Weil die Rechtslage vom Mietvertrag abhängt, frag im Zweifel vorher beim Vermieter nach.

Woran merke ich, dass die Befestigung nachgibt?

Typisch sind feine Risse im Putz rund um die Ankerplatte, ein leichtes Knirschen beim Einsteigen und eine Schraube, die sich von Hand ein Stück weiterdrehen lässt. Sobald eines davon auftritt, gehört die Hängematte ab und der Punkt neu gesetzt.

Kann ich in eine Betondecke statt in die Wand bohren?

Ja, das ist in vielen Altbauten sogar die tragfähigere Lösung. Verwende einen für Beton zugelassenen Anker, orte vorher die Bewehrung und beachte, dass die Last an der Decke überwiegend als Zug wirkt.

Fazit

Die Tragkraftangabe am Haken ist die leichteste Zahl im ganzen Aufbau. Wer vorher fünf Minuten in Klopfprobe und Bohrmehl investiert, weiß danach, ob er einen Bolzenanker, Injektionsmörtel oder ein Gestell braucht. Bei Porenbeton und Gipskarton lautet unsere Antwort seit Jahren gleich: nicht in die Fläche, sondern ins Gestell oder in den Ständer.

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Sitzt die Befestigung im richtigen Material, hält sie jahrelang ohne Nacharbeit.

Quellen

  1. MacaMex Wallhook, Produktseite www.macamex.com, Artikelnummer MA-21262: Edelstahl, Ankerplatte 9 cm Durchmesser, Tragkraft 200 kg, Lieferumfang vier Schrauben von rund 6,5 cm Länge und vier Metalldübel. www.macamex.com/macamex-wallhook.html, abgerufen am 19.09.2026.
  2. fischer Dübelratgeber, Dübel für Hochziegel und Lochstein: Empfehlungen und Tragfähigkeitsspannen, Hinweis auf den Widerstandsabfall beim Bohren und auf die Ungeeignetheit des Spreizdübels S. fischer.de, abgerufen am 19.09.2026.
  3. fischer Dübelratgeber, Dübel für Beton und Vollstein: Spreizdübel 4 mm bis 16 kg in Beton und bis 14 kg in Vollstein, Nageldübel 5 mm bis 20 kg in Beton und bis 14 kg in Vollstein, Bolzenanker FAZ II 6 mm rund 345 kg Querlast. fischer.de, abgerufen am 19.09.2026.
  4. fischer Dübelratgeber, Dübel Belastbarkeit und Tragkraft: Umrechnung 10 Newton entsprechen annähernd 1 kg, Porenbeton mit 5 mm Durchmesser und 25 mm Länge maximal 3 kg, Unterscheidung von Zug-, Quer- und Schrägkraft. fischer.de, abgerufen am 19.09.2026.
  5. fischer Dübelratgeber, Dübel für Gipskarton und Gipsfaserplatten: Kippdübel DuoTec mit empfohlener Tragfähigkeit von 20 kg bis 51 kg. fischer.de, abgerufen am 19.09.2026.
  6. Deutsches Institut für Bautechnik, Produktgruppe Kunststoffdübel: Befestigung nichttragender Konstruktionen, leichte bis mittelschwere Lasten im Innenausbau, Bewertungsgrundlagen für redundante nichttragende Systeme in Beton und Mauerwerk. dibt.de, abgerufen am 19.09.2026.